Das Übersehenwerden hat Geschichte

Das Übersehenwerden hat Geschichte

Tagungsband
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So wie Frauen in der historischen Betrachtung meist unsichtbar blieben (und bleiben), so erging es den ostdeutschen Lesben mit Blick auf die Geschichtsschreibung zur Homosexualität in der DDR. Denn oft sind ausschließlich Schwule gemeint, wenn von „homosexuellen Gruppen“ die Rede ist. Die Existenz zahlreicher Lesbengruppen und ihr Engagement zur Zeit der friedlichen Revolution bleiben in zeitgeschichtlichen Betrachtungen meist unerwähnt. Wir haben am 08.Mai 2015 daher einen erneuten Blick auf die Geschichte geworfen und unter dem Motto „Das Übersehenwerden hat Geschichte“ – Lesben in der DDR und in der friedlichen Revolution gemeinsam mit dem Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin und dem Frauenzentrum Courage c/o Volksbad Buckau Magdeburg eine Tagung in Halle/Saale organisiert.

Ziel der Tagung war eine (erneute) historische Analyse und gleichzeitig die Reflexion dieser Analyse in ihrer Relevanz für heute. Nur im Abgleich mit Vergangenem wird deutlich, welche Mechanismen beständig bis heute fortwirken. Die eine Frage ist: Was müssen wir erinnern? Die andere: Wie funktioniert erinnern und vergessen – heute noch – nicht nur in Aufarbeitung von Geschichte, sondern gleichermaßen in unserer Arbeit.

 

Die Tagungsbeiträge sind hier in leicht abgewandelter Form publiziert. Neben dem Input der Referent_innen finden sich in diesem Tagungsband auch zusätzliche Beiträge von Bärbel Klässner, die leider zum Veranstaltungstag nicht persönlich vor Ort sein konnte und daher einen Textbeitrag nachgereicht hat. Außerdem konnten wir mit den letzten beiden Autor_innen zwei junge Wissenschaftler_innen gewinnen, die Ausschnitte aus ihren derzeitigen Forschungsprojekten in diese Publikation einbringen. Mithilfe der Erkenntnisse aus der Tagung und den Beiträge versuchen wir mit dem Credo „Das Übersehenwerden hat Geschichte“ zu brechen.

Produktdetails
Veröffentlichungsdatum
Februar 2016
Herausgeber
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt und Gunda-Werner-Institut
Seitenzahl
120
Lizenz
All rights reserved.
Sprache der Publikation
Deutsch
Inhaltsverzeichnis

1. Nadine Lantzsch
Ausschluss oder Ausgangspunkt? Bündnisse und Fragen an die Lesbenbewegungen in der DDR

2. Samirah Kenawi
Die Anfänge der Lesbengruppen in der DDR

3. Barbara Wallbraun
Lesben im Visier der Staatssicherheit

4. Stefanie Lohaus
Podiumsgespräch: Zur Rolle, Lebenssituation und den Zielen der Lesben(gruppen) zur Zeit der friedlichen Revolution

5. Bärbel Klässner
Als frau anders war

6. Franziska Rauchut
Lesben in Bewegung: Der Werdegang der DDR- und BRD-Lesbenbewegungen nach 1989

7. Maisha Eggers
Lesbisches Denken und Handeln. Was kann unsere Gesellschaft davon lernen? – Einige Überlegungen zur fortlaufenden Geschichtsschreibung pluralisierter Gesellschaften

8. Claudia Max
Auszüge aus Zeitzeuginnen-Interviews für das Dokumentarfilmprojekt „Uferfrauen“

9. Jessica Bock
Die Lesbengruppen in Leipzig. Eine Geschichte der Spurlosen? – Ein Werkstattbericht

10. Maria Bühner
Beiträge für eine Chronik, die vielleicht einmal geschrieben wird Perspektiven auf den Forschungsstand zu Lesben in der DDR

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